Montag, 31. Juli 2017

Schon wieder Kino

Ein Bekannter hatte mich vor dem Film gewarnt: "Er ist.....fürchertlich. die Schauspieler sind .....fürchterlich. die Dialoge sind.....fürchterlich. die Story ist.....fürchterlich und gefilmt ist er auch .....ihr ahnt es schon.....fürchterlich."

Fand ich nicht. Mir hat es nicht einmal zu fürchterlich gereicht. Es ist nur ein vorhersehbares und kümmerliches Kammerspiel. Tolle Schauspieler, Kristin Scott-Thomas, Timothy Spall, Emily Mortimer, Cilian Murphy usw. chargieren sich lahme Mimik aus den Gesichtern, die Dialoge rumpeln und Aleksei Rodionov, der, o Gott, auch Elim Klimovs Abschied von Matjora und sein Geh und sieh photographiert hat, hatte entweder keine Lust oder keine Chance.
 
Vor 25 Jahren saß ich im Kino und sah einem überaus fremden Wunderwesen in einer wundervoll erzählten und verfilmten Geschichte zu. Dieselbe Regisseurin, derselbe Kameramann und Tilda Swinton zauberten Virginia Woolfs Orlando auf die Leinwand. Was für eine beseelende Freude. Ich liebe das Buch, und der Film ist ihm gewachsen.

Erinnern wir uns an den tollen Film und vergessen den, den wir heute Abend gesehen haben, schnell. 

"Die außergewöhnliche Diskrepanz zwischen der Zeit auf der Uhr und der gefühlten Zeit ist unbekannter, als sie sein sollte, und verdient gründlichere Erforschung." V.W. in Orlando

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen